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Sind Sie übersäuert?
Die Basica® Anwendung
Säure-Basen-Rechner
Regulation des Säure-Basen-Gleichgewichts
Der physiologische pH-Bereich

Im Zentrum der Säure-Basen-Regulation steht immer die Aufrechterhaltung des Blut- und Gewebe-pH. Sind jedoch die Puffersysteme überlastet und der normale pH-Bereich überschritten, verliert das Blut seine normalen Fliesseigenschaften und der Transport von Sauerstoff, Nährstoffen und Abbauprodukten wäre stark eingeschränkt.

Die Säure-Basen-Verhältnisse in unserem Körper sind nicht als starres System zu sehen, sondern vielmehr als ein sich in ständiger Bewegung befindliches dynamisches Fliessgleichgewicht, das bestrebt ist, möglichst stabile pH-Verhältnisse aufrecht zu erhalten. Zwar ändert sich laufend die Menge von Säuren und Basen in unserem Körper, der pH-Wert in den verschiedenen Organen und Geweben sowie des Blutes bleibt jedoch innerhalb enger Grenzen nahezu konstant. Jedes Organ bzw. jeder Stoffwechselabschnitt hat dabei sein eigenes pH-Optimum.

Blutplasma pH 7,35 – 7,45
Magensaft pH 1,2 - 3
Galle pH 7,4-7,7
Urin pH 5-8
Speichel pH 6,8
Gelenksflüssigkeit pH 7,4-7,8

Befinden sich Säuren und Basen im Ungleichgewicht, droht eine Änderung der spezifischen pH-Verhältnisse und der Körper muss zusätzliche Energie aufwenden, um dem entgegen steuern zu können. Je stärker dabei der Ungleichgewichtszustand zwischen Säuren und Basen ausgeprägt ist, desto eher werden schliesslich die Grenzen des physiologischen pH-Bereichs überschritten und das System droht zusammen zubrechen.

Um dies zu vermeiden, wird das Säure-Basen-Gleichgewicht bzw. der pH-Wert permanent reguliert. Dabei spielen folgende Faktoren eine wesentliche Rolle:

Einflussfaktoren auf den pH-Wert

Ernährung und Stoffwechsel

Unsere Ernährung und die aus den zugeführten Nährstoffen im Stoffwechsel gebildeten Säuren bzw. Basen beeinflussen massgeblich das Säure-Basen-Gleichgewicht. Aber auch wenn wir atmen oder uns körperlich betätigen fallen permanent Säuren als Abfallprodukt der Energiegewinnung in den Zellen an.

 

Blut- und Gewebepuffer

Damit es nicht zu schädlichen pH-Änderungen in unserem Körper kommt, sind wir mit einem überaus leistungsfähigen Puffersystem ausgestattet.
Puffer sind Schutzvorrichtungen, die Entgleisungen des pH in den Körperflüssigkeiten und in den Zellen abfangen, ähnlich wie ein Stossdämpfer im Auto Erschütterungen puffert. Puffersysteme sind in der Lage eine bestimmte Menge zugefügter Säure bzw. Base durch Bindung an den Puffer abzufangen. Wichtige Bestandteile dieses Puffers sind z.B. das im Blut gelöste basische Bikarbonat sowie der rote Blutfarbstoff Hämoglobin. Durch Bindung an den Puffer richtet zuviel Säure zunächst keinen Schaden an und kann später bei Bedarf ohne nennenswerte pH-Änderung wieder freigesetzt werden.

Regulation des Blut-pH-Wertes - Zum Vergrössern bitte anklicken!
Der Bikarbonat-Puffer. Das im Blut gelöste Bikarbonat kann Säure binden, es entsteht Kohlensäure, die zu Wasser und Kohlendioxid zerfällt. Kohlendioxid wird über die Lunge abgeatmet. Auf diese Weise kann der pH-Wert des Blutes schnell und effektiv korrigiert werden. Um die Funktionsfähigkeit diese Systems langfristig erhalten zu können, müssen die Puffersysteme ständig regeneriert werden. Hierfür ist die über die Nahrung zugeführte Menge basischer Mineralverbindungen entscheidend.
Ausscheidungsorgane Niere und Lunge

Die wichtigsten Organe bei der Regulation des Säure-Basen-Gleichgewichts sind die Niere und die Lunge. Die Niere ist das einzige Organ, das zur einer Netto-Ausscheidung von Säure in der Lage ist, also effektiv Säure aus dem Körper entfernen kann. Auch die Lunge ist an der Regulation des Säure-Basen-Gleichgewichts über die Atmung beteiligt. So kann z.B. durch die verstärkte Abatmung von Kohlendioxid der Blut-pH unmittelbar korrigiert werden.

Knochen und Bindegewebe

Stösst das Puffersystem an seine Grenzen und ist die Säureausscheidungskapazität der Niere für Säuren ausgeschöpft, muss der Körper zur Aufrechterhaltung optimaler Stoffwechselbedingungen diese Säuren unmittelbar „aus dem Verkehr ziehen.” Dies geschieht durch Einlagerung von Säuren im Bindegewebe, das aufgrund seiner physikalischen Beschaffenheit besonders geeignet ist, Säuren aufzunehmen: vergleichbar mit einem Schwamm, der sich voll Wasser saugt.
Alternativ werden Basenstoffe (z. B. basisches Calciumcarbonat und -phosphat) aus dem Knochen freigesetzt, was langfristig zu einer Beeinträchtigung der Knochengesundheit führen kann.